Kandidaten in den Wahlkreisen
66 Altmark 2002: Reinhard Weis (SPD) 45.2 %, Carsten Borchert (CDU) 30.7 %, Katrin Kunert (PDS) 14.7 % 2005: Marko Mühlstein (SPD), Hans-Heinrich Jordan (CDU), Katrin Kunert (Die Linke.PDS) Der Wahlkreis ist im Grunde eine SPD-Hochburg. Bereits 1994 holte die SPD den Wahlkreis gegen den vormaligen CDU-Innenminister von Sachsen-Anhalt, Hartmut Perschau. SPD-Kandidat Weis hat den Wahlkreis seitdem verteidigt, nun löst ihn mit Marko Mühlstein ein auf der Landesliste mit Platz 5 sehr gut platzierter Juso ab. Die Kommunalwahl- und Landtagsergebnisse sind hier eher indifferent. Trotz sehr schlechter Umfragedaten hat die SPD hier eine Chance. Die PDS/WASG ist im Kampf um den Sieg ohne Chance. 67 Elbe-Havel-Gebiet 2002: Waltraud Wolff (SPD) 45.1 %, Peter Letzgus (CDU) 32.4 %, Peter Vester (PDS) 13.0 % 2005: Waltraud Wolff (SPD), Norbert Beckmann-Dierkes (CDU), Michael Bremer (Die Linke.PDS) Der Wahlkreis ist sehr indifferent. So gibt es SPD-Landräte, aber auch CDU-Hochburgen. Frau Wolff ist bekannt und hat auch bei der Wahl 2002 einen SPD Erststimmenüberhang erzielt. Aufgrund der derzeitigen Umfragen ist nicht klar, wer hier am Ende die Nase vorn haben wird. 68 Harz 2002: Tobias Marhold (SPD) 44.9 %, Markus Gorges (CDU) 29.7 %, Joachim Pflaumbaum (PDS) 13.4 % 2005: Andreas Steppuhn (SPD), Markus Gorges (CDU), Detlef Eckert (Die Linke.PDS) Dieser Wahlkreis ist theoretisch eher SPD-nah. Ob Andreas Steppuhn ähnlich gut abschneidet wie sein Vorgänger Tobias Marhold, bleibt abzuwarten. Für die CDU versucht erneut Markus Gorges, das Direktmandat zu gewinnen. 69 Magdeburg 2002: Uwe Küster (SPD) 47.7 %, Bernd Heynemann (CDU) 26.5 %, Wolfgang Bierstedt (PDS) 15.6 % 2005: Uwe Küster (SPD), Bernd Heynemann (CDU), Hans-Werner Brüning (Die Linke.PDS) Magdeburg-Stadt ist eine SPD-Hochburg. Bereits 1994 gewann die SPD mit ihrem parlamentarischem Geschäftsführer Uwe Küster erstmals den Wahlkreis direkt. Jedoch ist dieser diesmal bei der Listenaufstellung auf einen völlig aussichtslosen Platz abgeschoben worden. Bereits 2002 trat die CDU mit dem bekannten Ex-Fußball-Schiedsrichter Bernd Heynemann an. Auch wenn dieser kein Freund des Traines des amtierenden Europameisters mehr werden dürfte, so könnte seine Bekanntheit ihm dieses Mal über sein nicht sonderlich gutes Ergebnis von 2002 helfen. Die PDS ist zwar bei Kommunalwahlen stark, hat aber hier bei Bundestagswahlen wenig Chancen, auch wenn hier mit Hans-Werner Brüning ihr populärer Stadtrats-Fraktionsvorsitzender kandidiert. 70 Börde 2002: Ulrich Kasparick (SPD) 45.2 %, Hartmut Büttner (CDU) 32.5 %, Walter Blauwitz (PDS) 14.9 % 2005: Ulrich Kasparick (SPD), Thomas Wachtmann (CDU), Rosemarie Hein (Die Linke.PDS) Mandatsinhaber Ulrich Kasparick, SPD, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, der zu DDR-Zeiten parteilos und nicht einmal Mitglied der FDJ war, tritt erneut an. Sein Kontrahent ist diesmal nicht der gebürtige Niedersachse Harald Büttner, CDU, sondern dessen derzeitigen Mitarbeiter Thomas Wachtmann. Neben dem ehemaligen Stadtrat aus Staßfurt kandidiert noch Rosemarie Hein für Die Linke.PDS, Bildungspolitikerin und bis vor kurzem Landesvorsitzende ihrer Partei in Sachsen-Anhalt. 71 Anhalt 2002: Engelbert Wistuba (SPD) 40.3 %, Ulrich Petzold (CDU) 33.2 %, Petra Bläss (PDS) 16.2 % 2005: Engelbert Wistuba (SPD), Ulrich Petzold (CDU), Heidemarie Ehlert (Die Linke.PDS) Hier wiederholt sich zwischen SPD und CDU das Duell von 2002. Gegen den Vorsitzenden der SPD Landesgruppe Sachsen-Anhalt im Bundestag, Engelbert Wistuba, tritt erneut der stellvertretende Umweltausschussvorsitzende Ulrich Petzold, CDU an Letzterer rangiert im übrigen auf der CDU-Landesliste mit Platz vier relativ weit oben. Allerdinsg ist nicht sicher, inwieweit die CDU-Liste diesmal überhaupt zum Zuge kommt. Für die Linkspartei geht anstelle der ehemaligen Bundestagsvizepräsidentin Petra Bläss, die inzwischen aus der PDS ausgetreten ist, Heidemarie Ehlert ins Rennen. Auch diese war bis 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. 72 Bernburg-Bitterfeld-Saalkreis 2002: Klaas Hübner (SPD) 43.3 %, Ingo Gondro (CDU) 32.5 %, Heidemarie Ehlert (PDS) 14.4 % 2005: Klaas Hübner (SPD), Martin Warlies (CDU), Jan Korte (Die Linke.PDS) Der Sprecher des Seeheimer Kreises der SPD-Bundestagsfraktion, Klaas Hübner, will seinen Wahlkreis verteidigen. Der Unternehmer wird von dem Rechtsanwalt Martin Warlies herausgefordert. Obwohl beide ursprünglich aus Westdeutschland stammen, haben sie sehr schnell nach der Wende in Sachsen-Anhalt Fuß gefasst. PDS-Kandidat Jan Korte stammt ebenfalls aus dem Westen. Der Ex-GRÜNE aus Niedersachsen und Chef der PDS-Hannover ist über Platz zwei der Landesliste ebenso abgesichert wie sein SPD-Kontrahent Hübner. 73 Halle 2002: Christel Riemann-Hanewinckel (SPD) 39.4 %, Christoph Bergner (CDU) 25.6 %, Roland Claus (PDS) 14.4 %, Cornelia Pieper (FDP) 7.8 % 2005: Christel Riemann-Hanewinckel (SPD), Christoph Bergner (CDU), Petra Sitte (Die Linke.PDS), Cornelia Pieper (FDP) In keinem anderen Wahlkreis Sachsen-Anhalts kandidiert eine solche Ansammlung von Prominenten. Alle bekannten Kandidaten sind zudem gleichzeitig die Spitzenkandidaten ihrer jeweiligen Partei in Sachsen-Anhalt. Seit 1994 hat diesen Wahlkreis jedesmal Christel Riemann-Hanewinckel, SPD, gewonnen. Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerin war 1998 auch als Bundestagspräsidentin im Gespräch, unterlag aber innerparteilich gegen Wolfgang Thierse. Auch ihr CDU-Gegenkandidat Christoph Bergner ist kein Unbekannter. So war er 1993-1994 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und zwischenzeitlich stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU. Für die Linke.PDS geht dieses Mal Petra Sitte ins Rennen. Auch sie ist keine Unbekannte, so war sie über 14 Jahre Vorsitzende der PDS-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt. Außerdem kandidiert mit Cornelia Pieper die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende. Mit knapp acht Prozent errang sie 2002 ein durchaus respektables Erststimmen-Ergebnis. 74 Burgenland 2002: Eckhart Lewering (SPD) 35.5 %, Margerete Späte (CDU) 34.5 %, Michael Blöth (PDS) 16.6 % 2005: Maik Reichel (SPD), Dieter Stier (CDU), Roland Claus (Die Linke.PDS) Maik Reichel, SPD, will die Nachfolge von Eckhart Lewering antreten, der den Wahlkreis 2002 direkt gewann, wenn auch mit dem geringsten Vorsprung aller SPD-Kandidaten in Sachsen-Anhalt. Für die CDU geht mit Dieter Stier ebenfalls ein Newcomer ins Rennen, der sich gegen die Unions-Kandidatin von 2002, Margarete Späte, innerparteilich durchsetzen konnte. Für die PDS tritt Roland Claus an. Der ehemalige Spitzenpolitiker seiner Partei ist aus dem Wahlkreis Halle gewechselt. In dem diesem Wahlkreis zugehörigen Burgendlandkreis findet gleichzeitig mit der Bundestagswahl eine Wiederholungswahl des Kreistages statt, da die Gerichte hier Unregelmäßigkeiten bei der Kandidatenaufstellung für die Kommunalwahl 2004 festgestellt haben. 75 Mansfelder Land 2002: Silvia Schmidt (SPD) 39.8 %, Uda Heller (CDU) 31.1 %, Uwe-Jens Rössel (PDS) 17.0%, Karsten Pille (FDP) 8.3 % 2005: Silvia Schmidt (SPD), Uda Heller (CDU), Uwe-Jens Rössel (Die Linke.PDS), Hans-Dieter walter (FDP) Mandatsinhaberin Silvia Schmidt, SPD, behindertenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion im Bundestag, will den Wahlkreis zum dritten Mal hintereinander gewinnen. Gegenkandidatin ist erneut Uda Heller. Die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Sachsen-Anhalts ist darüber hinaus kommunalpolitisch engagiert. Linke.PDS-Kandidat ist erneut Uwe-Jens Rössel. Ob Hans-Dieter Walter, FDP, als Nachfolger von Karsten Pille einen ähnlichen Erfolg und Erststimmenüberhang wie 2002 erzielen wird, ist ungewiss. Immerhin sorgte Pille damals dafür, dass SPD-Wahlkreisgewinnerin Schmidt bei den Erststimmen Einbußen erlitt und deutlich hinter das Zweitstimmenergebnis ihrer Partei zurückfiel. |
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