Kandidaten in den Wahlkreisen
> Wahlkreise 81-87 76 Berlin-Mitte 2002: Jörg-Otto Spiller (SPD) 41.3 %, Volker Liepelt (CDU), 24.7 %, Stefan Liebich (PDS), 12.9 %, Wolfgang Wieland (GRÜNE), 12.8 % 2005: Jörg-Otto Spiller (SPD), Volker Liepelt (CDU), Tobias Schulze (Die Linke.PDS), Wolfgang Wieland (GRÜNE) Finanzexperte Jörg-Otto Spiller ist als ehemaliger Bezirksbürgermeister des Wedding dort beliebt. Zudem hat er im Bundestag als einer der wenigen Berliner Abgeordneten einige Presse-Aufmerksamkeit erhalten. CDU-Kandidat Volker Liepelt hat sich als Ex-Generalsekretär mit zum Teil sehr klaren Äußerungen profiliert. Fraglich ist, ob dies für einen Wahlsieg in dem prestigeträchtigen Wahlkreis ausreicht. Ebenfalls bekannt ist Wolfgang Wieland, GRÜNE, der in den letzten Jahren nicht nur Justizsenator und Fraktionschef in Berlin, sondern auch Spitzenkandidat seiner Partei in Brandenburg war. In Berlin ist er weiterhin ebenfalls sehr beliebt. Im Gegensatz dazu ist PDS-Kandidat Tobias Schulze eher wenig bekannt, er löst Stefan Liebich, Landes- und Fraktionschef ab, der nun im Wahlkreis 77 für seine Partei kandidiert. Strukturell ist der Wahlkreis eher heterogen. Während der Süden des Altbezirkes Mitte eine klare PDS-Hochburg ist, kann für Tiergarten das gleiche für die GRÜNEN gesagt werden. Trotz eines soziodemographischen Strukturwandels ist der Wedding weiterhin eine SPD-Hochburg, auch wenn sich dies in den letzten Jahren zunehmend abgeschliffen hat. Die CDU ist in Teilen des Altbezirkes Tiergarten stark. 77 Berlin-Pankow 2002: Wolfgang Thierse (SPD) 44.7 %, Sandra Brunner (PDS) 26.1 %, Günter Nooke (CDU) 16.8 %, Werner Schulz (GRÜNE), 6.4 % 2005: Wolfgang Thierse (SPD), Stefan Liebich (Die Linke.PDS), Günter Nooke (CDU), Werner Schulz (GRÜNE) Bundestagspräsident Wolfgang Thierse ist einer der bekanntesten und beliebtesten SPD-Politiker in Berlin. Günter Nooke, der Sprecher der ostdeutschen CDU-Abgeordneten, musste sich innerparteilich zunächst gegen seinen ebenfalls bekannten Gegenkandidaten Christoph Stölzl, Ex-Landeschef der Berliner CDU, durchsetzen und ist nicht einmal auf der Landesliste der Union abgesichert. Gar nicht erst für seine eigene Liste kandidiert hat PDS-Landes- und Fraktionschef Stefan Liebich. Inwiefern dieser eine ernsthafte Konkurrenz zu Thierse ist, bleibt abzuwarten, zumal sich Liebich mit abschätzigen Äußerungen über die WASG bei deren Anhängern nicht unbedingt Freunde gemacht hat. Seine Zukunft wird ohnehin eher in der Landespolitik gesehen. Die soziodemographischen Strukturen in diesem Wahlkreis haben sich hier in den letzten Jahren verschoben. So hat es im Altbezirk Prenzlauer Berg einen Bevölkerungsaustausch gegeben, der sich für die GRÜNEN positiv ausgewirkt hat. Umgekehrt ist an der Stadtgrenze in den ehemaligen Bezirken Pankow und Weißensee aufgrund neuer Einfamilienhaussiedlungen ein höherer Anteil von CDU-Sympathisanten zu erwarten. 78 Berlin-Reinickendorf 2002: Detlef Dzembritzki (SPD) 42.5 %, Roland Gewalt (CDU) 42.0 % 2005: Deflef Dzembritzki (SPD), Frank Steffel (CDU) Detlef Dzembritzki ist als ehemaliger Bezirksbürgermeister von Reinickendorf bekannt und bliebt. So gewann er 2002 den Wahlkreis direkt, trotz eines Rückstandes bei den Zweitstimmen. Auf der Landesliste ist er erneut nicht abgesichert. Jedoch ist Frank Steffel, CDU, nach seiner gescheiterten Spitzenkandidatur bei der Abgeordnetenhauswahl 2001 ebenfalls bekannt und zumindest bei den Anhängern seiner Partei sehr beliebt. Strukturell ist der Wahlkreis relativ einfach einzuschätzen. Die Zeiten klarer SPD-Mehrheiten aus den 1970er Jahren sind vorbei. 2001 hat es die SPD nicht einmal geschafft, den Wahlkreis Reinickendorf I direkt zu gewinnen. Trotz ihrer in Berlin desaströsen Niederlage, verteidigte die CDU hier alle Wahlkreise und erreichte auch ihr bestes Ergebnis aller Berliner Bezirke. 79 Berlin-Spandau-Charlottenburg Nord 2002: Swen Schulz (SPD) 44.1 %, Kai Wegner (CDU) 39.0 % 2005: Swen Schulz (SPD), Kai Wegner (CDU) Mandatsinhaber Swen Schulz ist seit 2002 für die SPD im Bundestag. Über die Landesliste ist der Parteilinke mit Platz fünf jedoch recht gut abgesichert. Kai Wegner, CDU, gilt als "Strippenzieher" der CDU im Bezirk. Strukturell ist der Wahlkreis klar einzuschätzen und ähnelt in diesem Sinne Reinickendorf. Die Zeiten von über 55 Prozent bei Bezirkswahlen für die SPD wie noch 1989 sind eindeutig vorbei. Einstmals die größte SPD-Hochburg in Berlin, ist Spandau seit 1995 tendenziell der CDU zugeneigt. 80 Berlin-Steglitz-Zehlendorf 2002: Klaus-Uwe Benneter (SPD) 40.8 %, Uwe Lehmann-Brauns (CDU) 38.4 %, Alice Ströver (GRÜNE) 10.0 % 2005: Klaus-Uwe Benneter (SPD), Karl-Georg Wellmann (CDU), Alice Ströver (GRÜNE), Markus Löning (FDP) Klaus-Uwe Benneter ist als Generalsekretär der Bundes-SPD in einer herausgehobenen Stellung, sein Gegenkandidat Karl-Georg Wellmann, CDU ist weniger bekannt. Strukturell ist der Wahlkreis eine eindeutige CDU-Hochburg. SPD-Kandidaten sind hier theoretisch chancenlos, auch wenn dies 1998 und 2002 anders aussah, zuletzt mit kräftiger Unterstützung von GRÜNEN-Wählern. Die FDP wirft mit Markus Löning ihren Landesvorsitzenden in die Schlacht. Sollte Benneter den Wahlkreis verlieren, könnte er über Platz drei der SPD-Landesliste trotzdem wieder in den Bundestag einziehen. 81 Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf 2002: Petra Merkel (SPD) 41.7 %, Siegfried Helias (CDU) 31.2 %, Franziska Eichstätt-Bohlig (GRÜNE) 14.2 % 2005: Petra Merkel (SPD), Ingo Schmitt (CDU), Elfi Jantzen (GRÜNE) Wahlkreisinhaberin Petra Merkel, SPD, hatte 2002 einen Vorsprung von 10.5 Prozentpunkten vor ihrem CDU-Gegenkandidaten. Jedoch waren es bei den Zweitstimmen nur 2.5 Prozentpunkte. Die Kandidatur von Ingo Schmitt ist recht überraschend. Strukturell ist der Wahlkreis schwer einzuschätzen. So war Charlottenburg-Wilmersdorf einer der beiden Bezirke, in denen die SPD 2001 stärkste Partei wurde. Aus dem ehemaligen bürgerlichen, strukturell-konservativen Bezirk ist heute eine Hochburg von SPD und Grünen geworden. Die GRÜNEN hatten hier 2002 ihr bundesweit drittbestes Ergebnis, 22.5 Prozent der Zweitstimmen, ihre Kandidatin Jantzen ist aber wenig bekannt. > Wahlkreise 82-87 |
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