Kandidaten in den Wahlkreisen

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Wahlkreise bisher
 
 CDUSPDFDPZentrum
194940251-
1953511311
19575313--
19614125--
19653835--
19692647--
19722152--
19762845--
19802744--
19833932--
19873338--
19903338--
19943140--
19981853--
20021945--


> Rhein-Ruhr-Gebiet

88 Aachen

2002: Ursula Schmidt (SPD) 47.4 %, Dieter Bischoff (CDU) 38.0 %
2005: Ursula Schmidt (SPD), Marcel Philipp (CDU)

Bundesgesundheits- und Sozialministerin Ursula "Ulla" Schmidt gewann diesen Wahlkreis bereits zweimal hintereinander. Obwohl sie in Umfragen als nicht gerade populär gilt, dürfte ihr doch ihr hoher Bekanntheitsgrad helfen. Allerdings erzielte sie 2002 vor allem dank des rot-grünen Stimmensplittings einen über elf Prozentpunkte höheren Anteil an Erststimmen als die SPD bei den Zweistimmen. Ob ihr das erneut gelingt, ist fraglich. Ihr Gegenkandidat von der CDU ist diesmal Marcel Philipp. Der Wirtschaftsexperte ist derzeit Mitglied im Aachener Stadtrat. Strukturell ist dieser Wahlkreis nicht einfach einzuschätzen. So wurde er lange Jahre von der CDU gehalten, bis sich Schmidt 1998 durchsetzen konnte. Im Gegensatz dazu wird die Stadt Aachen seit 1989 von einem SPD-Oberbürgermeister regiert, der bei der Kommunalwahl letztes Jahr sehr klar wiedergewählt wurde. Auch bei der gleichzeitig stattfinden Ratswahl konnte sich Rot-Grün durchsetzen. Sorgen um ihren Wiedereinzug muss sich Bundesministerin Schmidt nicht machen. Mit Platz vier der SPD-Landesliste ist sie klar abgesichert.

89 Kreis Aachen

2002: Achim Großmann (SPD) 49.2 %, Helmut Brandt (CDU) 37.9 %
2005: Achim Großmann (SPD), Helmut Brandt (CDU)

Hier treten zwei alte Bekannte gegen einander an. Achim Großmann, SPD, gewann diesen Wahlkreis erstmals 1987 direkt und hat ihn seither jedes Mal verteidigt. Dies will der parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Wohnen auch 2005 erreichen, und zwar erneut gegen Helmut Brandt, CDU. Dieser gehört dem Bundestag erst seit Ende Juni dieses Jahres an, als er für den neuen NRW-Arbeitsminister Laufermann auf der Liste nachrückte. In Stadt und Kreis Aachen ist die langfristige kommunalpolitische Situation prinzipiell konträr zur Bundespolitik. Während sich bei Bundestagswahlen in der Stadt meist die CDU, kommunal aber seit Ende der 80er fast immer die SPD durchsetzen konnte, sieht dies im Kreis Aachen, der seit Jahren einen CDU-Landrat hat, genau umgekehrt aus.

90 Heinsberg

2002: Leo Dautzenberg (CDU) 50.3 %, Christoph Zöpel (SPD) 36.9 %, Christa Nickels (GRÜNE) 5.6 %
2005: Leo Dautzenberg (CDU), Norbert Spinrath (SPD), GRÜNE: kein Kandidat

Leo Dautzenberg, CDU, will seinen Wahlkreis verteidigen. Der Wirtschafts- und Mittelstandsexperte gewann 2002 souverän mit absoluter Mehrheit der Erststimmen. Sein Gegenkandidat von der SPD ist diesmal Norbert Spinrath. Der Polizeiexperte strebt erstmals ein Parlamentsmandat an. Ob ihm dies in diesem strukturell konservativen Wahlkreis gelingen kann, ist jedoch fraglich. Da die GRÜNEN keinen Kandidaten im Rennen haben, kann der SPD-Bewerber möglicherweise mit zusätzlichen Erststimmen rechnen.

91 Düren

2002: Dietmar Nietan (SPD) 45.5 %, Thomas Rachel (CDU) 43.3 %
2005: Dietmar Nietan (SPD), Thomas Rachel (CDU)

Das Duell von 2002 wiederholt sich hier auch 2005. Dietmar Nietan, SPD, Außen- und Europapolitiker in der Bundestagsfraktion seiner Partei, tritt erneut gegen Thomas Rachel an. Der CDU-Politiker ist in den Bereiche Bildung und Bio-Ehtik engagiert. Vor drei Jahren fiel das Duell recht knapp aus.

92 Erftkreis I

2002: Gabriele Frechen (SPD) 48.9 %, Willi Zylajew (CDU) 37.2 %
2005: Gabriele Frechen (SPD), Willi Zylajew (CDU)

Mandatsinhaberin Gabriele Frechen, SPD, Mitglied im Haupt- und Finanzausschusses des Deutschen Bundestages tritt erneut gegen Willi Zylajew von der CDU an. Dieser ist Mitglied des Bundesvorstandes der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) und arbeitet im Bundestagsausschuß für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit.

93 Euskirchen-Erftkreis II

2002: Wolf Bauer (CDU) 44.9 %, Helga Kühn-Mengel (SPD) 40.2 %
2005: Wolf Bauer (CDU), Helga Kühn-Mengel (SPD)

Auch hier die gleiche Konstellation wie 2002. Wolf Bauer, CDU, Gesundheitspolitiker seiner Partei im Bundestag konnte sich bei der letzten Wahl gegen Helga Kühn-Mengel durchsetzen. Auch die SPD-Politikerin ist im Politikfeld Gesundheit engagiert und seit 2004 Beauftragte der Bundesregierung für die Patientinnen und Patienten. Ob sie dieses Mal eine realistische Chance hat, den Wahlkreis direkt zu gewinnen, ist aber sehr fraglich.

97 Bonn

2002: Ulrich Kelber (SPD) 39.7 %, Stephan Eisel (CDU) 36.4 %, Guido Westerwelle (FDP) 14.2 %
2005: Ulrich Kelber (SPD), Stephan Eisel (CDU), Guido Westerwelle (FDP)

2002 setzte sich Ulrich Kelber, SPD, durch. Der Umwelt-, Klima- und Medienpolitiker seiner Partei gewann den Wahlkreis gegen Stephan Eisel, CDU. Der Hauptabteilungsleiter der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung verpasste damals dank der knappen Niederlage den Einzug in den Bundestag und will es nun besser machen. Sehr prominent in diesem Wahlkreis ist der FDP-Bewerber: Parteichef Guido Westerwelle tritt hier erneut an. Vor drei Jahren erhielt er hier mit über 14 Prozent das beste Erststimmenergebnis für seine Partei bundesweit. Hierdurch erreichte er sogar, dass CDU-Kandidat Eisel weniger Erst- als seine Partei Zweitstimmen erhielt. Letztlich konnte sich SPD-Bewerber Kelber durchsetzen und gegen den Bundestrend den Wahlkreis von der CDU erobern, obwohl die SPD bei den Zweitstimmen klar hinter der CDU lag. Strukturell ist der Wahlkreis schwierig einzuschätzen. Über Jahrzehnte hinweg eine feste CDU-Hochburg hat Bonn nun schon seit über zehn Jahren eine SPD-Oberbürgermeisterin.

98 Rhein-Sieg-Kreis I

2002: Uwe Göllner (SPD) 44.2 %, Marcus Kitz (CDU) 40.9 %
2005: Uwe Göllner (SPD), Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU)

Uwe Göllner, seit 1996 Mitglied im SPD-Landesvorstand NRW und im Haushaltsaussschuß des Bundestages aktiv, will seinen Wahlkreis gegen die CDU-Newcomerin Elisabeth Winkelmeier-Becker verteidigen. Die in einer Urwahl von den CDU-Parteimitgliedern nominierte Richterin ist bisher nur auf Kreisebene in ihrer Partei engagiert. Der Rhein-Sieg-Kreis ist traditionell eine CDU-Hochburg. Beim letzten Mal lag die Union bei den Zweitstimmen knapp vor der SPD, den Sieg von Göllner sicherte auch hier das Stimmensplitting.

99 Rhein-Sieg-Kreis II

2002: Norbert Röttgen (CDU) 48.2 %, Ulrike Merten (SPD) 36.7 %
2005: Norbert Röttgen (CDU), Ulrike Merten (SPD)

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Norbert Röttgen, tritt erneut an. Ulrike Merten, SPD, ist Verteidigungspolitikerin im Deutschen Bundestag. Nachdem Röttgen diesen Wahlkreis bereits 2002 deutlich gewann, dürfte er sich hier auch dieses Mal klar durchsetzen. Da er zudem auf Rang fünf der CDU-Landesliste abgesichert ist, wird er sich hier um einen Wiedereinzug in den Bundestag wohl kaum Sorgen machen. Die FDP erreichte hier 2002 mit 12.4 Prozent ihr bundesweit bestes Zweitstimmenergebnis.

100 Oberbergischer Kreis

2002: Klaus-Peter Flosbach (CDU) 45.2 %, Friedhelm Beucher (SPD) 43.4 %
2005: Klaus-Peter Flosbach (CDU), Michaela Engelmeier-Heite (SPD)

Klaus-Peter Flosbach, CDU, Finanzexperte seiner Partei, konnte diesen Wahlkreis 2002 direkt gewinnen. 1998 war er hier noch dem damaligen SPD-Kandidaten Friedhelm Beucher unterlegen. Dieser kandidiert 2005 nicht mehr, statt seiner tritt erstmals Michaela Engelmeier-Heite für die SPD an. Sie ist Sportpolitikerin und Vizepräsidentin des Deutschen Judo-Bundes.

101 Rheinisch-Bergischer Kreis

2002: Wolfgang Bosbach (CDU) 44.8 %, Gerhard Zorn (SPD) 40.1 %
2005: Wolfgang Bosbach (CDU), Lasse Pütz (SPD)

Diesen Wahlkreis hat die CDU bereits 2002 gewonnen. Das dürfte Wolfgang Bosbach, bundesweit bekannter Innen- und Rechtspolitiker und zudem auch stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag, aller Wahrscheinlichkeit wiederholen können. Abgesichert ist er zudem auf Rang zwei der CDU-Landesliste. Gegen ihn tritt erstmals SPD-Nachwuchspolitiker Lasse Pütz (23) an.

109 Neuss I

2002: Kurt Bodewig (SPD) 44.7 %, Hermann Gröhe (CDU) 43.6 %
2005: Kurt Bodewig (SPD), Hermann Gröhe (CDU)

Ex-Bundesbau- und Verkehrsminister Kurt Bodewig, konnte sich hier 2002 ganz knapp durchsetzen. Nunmehr in der Europapolitik engagiert, stellt er sich erneut dem Duell mit Hermann Gröhe, dem CDU-Kreisvorsitzenden im Rhein-Kreis-Neuss. Gröhe ist Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der Unions-Fraktion im Bundestag. Strukturell ist dieser Wahlkreis chancenreich für die CDU, zumal sie bereits 2002 bei den Zweitstimmen die Nase vorn hatte.

110 Mönchengladbach

2002: Günter Krings (CDU) 43.6 %, Hildegard Wester (SPD) 42.4 %
2005: Günter Krings (CDU), Hildegard Wester (SPD)

Günter Krings, CDU-Rechtsexperte und Mitglied der "Jungen Gruppe" seiner Fraktion im Bundestag will diesen Wahlkreis verteidigen. 2002 gewann er knapp gegen Hildegard Wester von der SPD, die vier Jahre zuvor hier erfolgreich war. Nun will sich die Familien- und Innenpolitikerin und ehemalige stellvertretende Fraktionsvorsitzende ihrer Partei, die nach ihrer Niederlage 2002 erst Ende 2004 wieder in den Bundestag nachrücken konnte, für die Niederlage revanchieren. Mönchengladbach ist prinzipiell eine CDU-Hochburg, trotz Ausnahmen wie der Oberbürgermeisterwahl 2004, als überraschend der SPD-Kandidat gewann.

111 Krefeld I-Neuss II

2002: Willy Wimmer (CDU) 43.5 %, Bernd Scheelen (SPD) 42.1 %
2005: Willy Wimmer (CDU), Bernd Scheelen (SPD)

Auch hier wiederholt sich das Duell von 2002. Willy Wimmer, CDU-Außenpolitiker und Ex-Staatsserkretär im Verteidigungsministerium wird erneut von Bernd Scheelen, SPD herausgefordert. Der kommunalpolitische Sprecher seiner Fraktion ist zugleich Bürgermeister und damit Stellvertreter des Oberbürgermeisters von Krefeld. Strukturell ist dieser Wahlkreis nicht unbedingt einer Partei zuzuordnen, so war das Ergebnis 2002 auch hier sehr eng. Während der Rhein-Kreis-Neuss als CDU-Hochburg gelten kann, hatte die SPD in der Stadt Krefeld in der Vergangenheit Chancen. Allerdings gewann bei den Oberbürgermeisterwahlen im vergangen Jahr der CDU-Kandidat knapp.

112 Viersen

2002: Uwe Schummer (CDU) 44.1 %, Walter Schöler (SPD) 41.1 %
2005: Uwe Schummer (CDU), Udo Schiefner (SPD)

Uwe Schummer, CDU, tritt erneut an. Der Vorsitzende der CDA-Niederrhein mit dem politischen Schwerpunkt berufliche Bildung wird diesmal von Udo Schiefner herausgefordert. Der Kreisvorsitzende der SPD-Viersen wäre ein Bundestagsneuling. 2002 konnte sich Schummer durchsetzen, die Chancen für einen erneuten Erfolg stehen nicht schlecht.

113 Kleve

2002: Ronald Pofalla (CDU) 46.1 %, Barbara Hendricks (SPD) 42.0 %
2005: Ronald Pofalla (CDU), Barbara Hendricks (SPD)

Hier treten zwei bekannte Bewerber gegeneinander an. Ronald Pofalla, CDU, ist stellvertretender Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion, mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Arbeit. Zudem ist er Chef der CDU-Niederrhein. Auch seine Gegenkandidatin, Barbara Hendricks, SPD, zählt zur bundespolitischen Prominenz ihrer Partei. Die parlamentarische Staatssekretärin im Finanzministerium gilt als eine der profiliertesten Köpfe der SPD in diesem Bereich. 2002 konnte sich Pofalla durchsetzen. In den neuen Bundestag werden allerdings wohl beide erneut einziehen, da sie auf den Landeslisten sehr weit oben positioniert sind: Pofalla auf Platz vier, Hendricks auf Platz fünf.

114 Wesel I

2002: Hans-Ulrich Krüger (SPD) 50.02 %, Ilse Falk (CDU) 37.2 %
2005: Hans-Ulrich Krüger (SPD), Ilse Falk (CDU)

Wie schon 2002 kandidiert hier Hans-Ulrich Krüger, SPD. Der studierte Jurist ist Mitglied im Finanzausschuß, aber auch auf kommunalpolitischer Ebene engagiert. Er setzte sich vor drei Jahren klar gegen Ilse Falk, CDU, durch. Die parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion der Union ist auch in der Familien- und Frauenpolitik engagiert. Selbst wenn Krüger diesen Wahlkreis 2005 verteidigen sollte, so wäre Falk doch über die Landesliste der CDU-NRW abgesichert, auf der sie Platz drei inne hat. Traditionell ist der gesamte Kreis Wesel eine SPD-Hochburg, auch wenn dort durchaus strukturelle Unterschiede existieren. Bei den Kommunalwahlen 2004 war Wesel einer von zwei Kreisen in NRW, in dem die Mehrheit von der CDU zur SPD wechselte.

115 Krefeld II-Wesel II

2002: Siegmund Ehrmann (SPD) 51.5 %, Karin Meincke (CDU) 34.3 %
2005: Siegmund Ehrmann (SPD), Karin Meincke (CDU)

Siegmund Ehrmann, SPD, und Mitglied im Kultur- sowie im Innenausschuß des Bundestages gewann 2002 erstmals diesen Wahlkreis. Karin Meincke, CDU, ist erneut seine Gegenkandidatin. Die im Gesundheitsbereich engagierte Politikerin ist wie SPD-Kandidat Scheele im Wahlkreis 111 Stellvertrerin des Oberbürgermeisters von Krefeld. Ihre Niederlage im Wahlkreis verhinderte 2002 den Einzug in den Bundestag. Nun will sie es besser machen, aber Mandatsinhaber Ehrmann geht mit einem relativ großen Vorsprung ins Rennen. Da letzterer aus Moers, Kreis Wesel, stammt, ist dies auch das Duell "Wesel gegen Krefeld".

125 Steinfurt I-Borken I

2002: Jens Spahn (CDU) 48.2 %, Ingrid Arndt-Brauer (SPD) 41.1 %
2005: Jens Spahn (CDU), Ingrid Arndt-Brauer (SPD)

Eine Wiederholung der Auseinandersetzung von vor drei Jahren findet auch hier statt. Jens Spahn, CDU, Vorsitzender der Jungen Union Borken, gewann als 22-Jähriger diesen Wahlkreis 2002 direkt. Gegen ihn tritt erneut Ingrid Arndt-Brauer an, die ihre Partei im Finanz- und stellvertretend auch im Haushaltsausschuss des Bundstages vertritt. Auch 2005 dürften ihre Chancen in diesem Wahlkreis nicht allzu hoch sein. Zumindest im Teilbereich Borken ist er strukturell deutlich konservativ.

127 Borken II

2002: Elke Wülfing (CDU) 51.5 %, Hans Peter Kemper (SPD) 37.1 %
2005: Johannes Röring (CDU), Christoph Pries (SPD)

Hier treten zwei neue Gesichter gegeneinander an. Für die CDU kandidiert erstmals Johannes Röring. Der selbstständige Landwirt setzte sich in einer innerparteilichen Kampfabstimmung gegen zwei Mitbewerber durch. Sein Gegenkandidat von der SPD ist Christoph Pries. Der Unterbezirksvorsitzende seiner Partei in Borken ist in dieser CDU-Hochburg allerdings nicht sonderlich chancenreich.

128 Coesfeld-Steinfurt II

2002: Wener Lensing (CDU) 49.3 %, Angelica Schwall-Düren (SPD) 37.6 %
2005: Karl Schiewerling (CDU), Angelica Schwall-Düren (SPD)

Auch in diesem Wahlkreis tritt zumindest für die CDU ein Neuling an. Karl Schiewerling, bisher nur in der Kommunalpolitik und beruflich im Kolpingwerk engagiert, trifft auf eine bundespolitisch bekannte Gegenkandidatin. Angelica Schwall-Düren ist stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag und Mitglied im Bundesparteivorstand. Ob sie den recht großen Vorsprung der CDU in diesem ebenfalls konservativen Wahlkreis aufholen kann, ist allerdings die Frage. Nichtsdestotrotz wird sie dem neuen Bundestag mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit wieder angehören, da sie auf Platz zwei der Landesliste steht.

129 Steinfurt III

2002: Reinhold Hemker (SPD) 47.2 %, Karl-Josef Laumann (CDU) 41.8 %
2005: Reinhold Hemker (SPD), Philipp Freiherr Heereman von Zudtwyck (CDU)

Reinhold Hemker, SPD, gewann diesen Wahlkreis im Kreis Steinfurt seit 1994 bereits dreimal direkt. Der in den Bereichen Entwicklungspolitik, Nachhaltigkeit und Globalisierung engagierte Politiker wird von Philipp Freiherr Heereman von Zudtwyck, CDU herausgefordert. Der Sohn des ehemaligen Bauernverbandspräsidenten und langjährigen CDU-Bundestagsabgeordneten Constantin von Heereman leitet den landwirtschaftlichen Familienbetrieb und ist bisher nur in der Kommunalpolitik aktiv gewesen. Der Wahlkreis gilt mit seinen ländlichen Gebieten, aber auch vom Umland der Stadt Münster mit vielen Studenten geprägten Wohngegenden als recht heterogen. Ob Heeremann einen ähnlichen Überhang an Erstimmen gegenüber den CDU-Zweitstimmen erhalten wird, wie der jetzige NRW-Arbeitsminister Laumann bei der Wahl 2002, bleibt abzuwarten.

130 Münster

2002: Christoph Strässer (SPD) 40.8 %, Ruprecht Polenz (CDU) 39.9 %
2005: Christoph Strässer (SPD), Ruprecht Polenz (CDU)

Eine Überraschung im Jahr 2002: Bei der letzten Bundestagswahl war dies einer von drei Wahlkreisen, den die SPD der CDU gegen den Bundestrend abnehmen konnte. SPD-Kandidat Christoph Strässer gewann damals knapp. Der Rechtsexperte war zuvor für die SPD nur auf kommunalpolitischer Ebene tätig gewesen. Bis 1982 gehörte er der FDP an und war Bundesvorstandsmitglied dieser Partei. Als SPD-Chef von Münster gewann er vor drei Jahren diesen Wahlkreis erstmalig für die SPD seit 1949. Gegenkandidat Ruprecht Polenz von der CDU siegte hier 1998 noch souverän und möchte seine Niederlage von 2002 wettmachen. Polenz war auch im Jahr 2000 kurzzeitig CDU-Generalsekretär. Tendenziell ist der Wahlkreis schwierig einzuschätzen. Zwar wird Münster traditionell von der CDU dominiert, bei Kommunalwahlen gab es jedoch auch schon andere Ergebnisse. Wie in vielen Universitätststädten sind die GRÜNEN stark. Jedoch ist Strässers Sieg von 2002, im Gegensatz zu vielen anderen Wahlkreisen, nicht primär auf das Stimmensplitting rot-grüner Wähler zurückzuführen. Zwar erhielt die SPD mehr Erst- als Zweitstimmen. Jedoch war diese Differenz auf Seiten der CDU noch höher.

131 Warendorf

2002: Peter Paziorek (CDU) 45.3 %, Reinhard Schultz (SPD) 39.8 %
2005: Peter Paziorek (CDU), Reinhard Schultz (SPD)

In diesem Wahlkreis treten ebenfalls die Kandidaten von 2002 gegeneinander an. Peter Paziorek, CDU, umweltpolitischer Sprecher der Unionsfraktion wird erneut von Reinhard Schultz, SPD herausgefordert. Der Energie-, Landwirtschafts- und Finanzpolitiker der SPD ist trotz seines Bundestagesmandates weiterhin beruflich selbständiger Unternehmer geblieben. Ob er allerdings gegen Paziorek diesmal bessere Chancen haben wird, ist in diesem als konservativ einzuschätzendem Wahlkreis eher fraglich.

132 Gütersloh

2002: Hubert Deittert (CDU) 46.2 %, Klaus Brandner (SPD) 40.4 %
2005: Hubert Deittert (CDU), Klaus Brandner (SPD)

Hier gab es bei der Neuzuschneidung der Wahlkreise eine Änderung. Ein Teil dieses Wahlkreises, die Gemeinde Schloss Holte-Stukenbrock, wurde inzwischen dem Wahlkreis 138 Paderborn zugeschlagen. Da diese eine CDU-Hochburg ist, verschiebt sich die Ausgangslage ganz leicht in Richtung des SPD-Kandidaten Klaus Brandner, der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher seiner Partei ist. Dennoch geht der Verkehrs- und Landwirtschaftsexperte Hubert Deittert für die CDU mit rechnerischen fünf Prozentpunkten Vorsprung ins Rennen.

133 Bielefeld

2002: Rainer Wend (SPD) 49.8 %, Magdalene Strothmann (CDU) 36.1 %
2005: Rainer Wend (SPD), Lena Strothmann (CDU) (Vorname geändert)

Fast mit absoluter Mehrheit der Erststimmen gewand Rainer Wend, SPD, diesen Wahlkreis 2002. Der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Arbeit wird erneut von Lena, vor drei Jahren noch Magdalena, Strothmann herausgefordert. Die Wirtschaftsexpertin und Präsidentin der Handwerkskammer Bielefeld rückte nach ihrer Niederlage gegen Wend 2002 erst ein Jahr später über die Landesliste in den Bundestag nach. Ob ihr diesmal der Gewinn des Direktmandates gelingt, dürfte auch davon abhängen, ob die Zweitstimmenwähler der in Bielefeld starken GRÜNEN wieder derart massiv den SPD-Kandidaten unterstützen wie 2002. Strukturell ist Bielefeld nicht eindeutig zuzuordnen. So gewannen bei der Landtagswahl 2005 SPD und CDU je einen der beiden Bielefelder Wahlkreise. Bei der Kommunalwahl 2004 hingegen gewann zwar der CDU-OB, jedoch mit einer haudünnen Mehrheit von weniger als 150 Stimmen. Auch im Stadtrat sind die Mehrheitsverhältnisse sehr ausgeglichen.

134 Herford-Minden-Lübbecke II

2002: Wolfgang Spanier (SPD) 49.7 %, Reinhard Göhner (CDU) 38.2 %
2005: Wolfgang Spanier (SPD), Reinhard Göhner (CDU)

Wolfgang Spanier, bau- und wohnungspolitischer Experte der SPD-Fraktion im Bundestag, will sich wie schon 2002 gegen Ex-Staatssekretär Reinhard Göhner, CDU, durchsetzen. Zwar hatte Spanier vor drei Jahren einen klaren Vorsprung, jedoch könnte das Rennen diesmal spannend werden. So gelten die meisten Wahlkreise in Ostwestfalen-Lippe zwar als SPD-Hochburgen, aber auf kommunaler Ebene gehören hier inzwischen sämtliche Landräte der CDU an. Ob dies strukturell bedingt oder lokalen Gegebenheiten geschuldet ist, wird die Wahl 2005 zeigen.

135 Minden-Lübbecke I

2002: Lothar Ibrügger (SPD) 49.7 %, Steffen Kampeter (CDU) 37.7 %
2005: Lothar Ibrügger (SPD), Steffen Kampeter (CDU)

Auch hier wiederholt sich das Duell von 2002. Lothar Ibrügger, für die SPD seit 1976 im Bundestag, will sein Mandat auch in diesem Jahr verteidigen. Der Ex-Staatssekretär und Schatzmeister der parlamentarischen Versammlung der NATO muss den Wahlkreis erneut gegen Steffen Kampeter verteidigen. Der CDU-Haushaltspolitiker ist ebenfalls langjähriger Bundestagsabgeordneter.

136 Lippe I

2002: Karl Hermann Haack (SPD) 49.5 %, Cajus Caesar (CDU) 36.3 %
2005: Dirk Becker (SPD), Cajus Caesar (CDU)

Nachfolger des ausscheidenden langjährigen SPD-Abgeordneten Karl Hermann Haack will sein Parteifreund Dirk Becker werden. Der bisherige Kommunalpolitiker ist in den Bereichen Arbeit, Ausbildung und Tourismus engagiert. Sein Gegenkandidat ist Cajus Julius Caesar. Der CDU-Politiker in der Umweltpolitik und ebenfalls im Tourismusbereich engagiert, verlor zwar 2002 deutlich. In diesem Jahr könnte das Rennen aber um einiges spannender werden.

137 Höxter-Lippe II

2002: Jürgen Herrmann (CDU) 47.2 %, Rainer Brinkmann (SPD) 40.2 %
2005: Jürgen Herrmann (CDU), Johannes Reineke (SPD)

Jürgen Herrmann, CDU, Mandatsinhaber mit den Schwerpunkten Innen-, Familien- und Verkehrspolitik tritt erneut an. Sein Gegenkandidat ist diesmal Johannes Reineke. Der Diplom-Soziologe und Mitglied des SPD-Landesvorstandes der SPD ist derzeit Abgeordneter im Kreistag Höxter. Ob es ihm gelingen wird, den klaren Vorsprung von Herrmann aus dem Jahr 2002 aufzuholen, ist jedoch fraglich.

138 Paderborn

2002: Gerhard Wächter (CDU) 53.6 %, Ute Berg (SPD) 31.4 %
2005: Gerhard Wächter (CDU), Ute Berg (SPD)

In dieser katholischen CDU-Hochburg tritt Wahlkreisinhaber Gerhard Wächter wieder an. Der Verkehrspolitiker wird erneut von Ute Berg, SPD, herausgefordert. Dass die Expertin für Hochschul- und Familienpolitik hier diesmal erfolgreich sein kann, ist angesichts eines Rückstandes von über 22 Prozentpubkten sehr unwahrscheinlich. Der Wahlkreis ging bei jeder Bundestagswahl klar an die CDU, seit 1953 sogar mit absoluter Mehrheit.

147 Soest

2002: Bernhard Schulte-Drüggelte (CDU) 44.2 %, Eike Hovermann (SPD) 42.9 %
2005: Bernhard Schulte-Drüggelte (CDU), Eike Hovermann (SPD)

Das Duell von 2002 wiederholt sich in diesem Jahr. Bernhard Schulte-Drüggelte, CDU, gewann diesen Wahlkreis beim letzten Mal von der SPD für seine Partei zurück. Der land- und forstwirtschaftliche Experte, zugleich CDU-Kreisvorsitzender in Soest, tritt gegen Eike Hovermann an, der 1998 noch einen knappen SPD-Erfolg sichern konnte. Ob sich der Gesundheitspolitiker dieses Mal für seine Niederlage revanchieren kann, ist allerdings fraglich. Jedoch wird er über Platz drei der Landesliste der NRW-SPD sehr wahrscheinlich wieder in den Bundestag einziehen.

148 Hochsauerlandkreis

2002: Friedrich Merz (CDU) 53.7 %, Dagmar Schmidt (SPD) 37.0 %
2005: Friedrich Merz (CDU), Dagmar Schmidt (SPD)

Hier scheinen die Verhältnisse klar zu sein: Friedrich Merz, CDU, Ex-Fraktionschef im Bundestag und anerkannter Finanzexperte seiner Partei, tritt in dieser CDU-Hochburg erneut an. Trotz seines weitgehenden Rückzuges aus der Politik 2004 genießt er innerparteilich weiterhin hohe Wertschätzung. Gegenkandidatin ist wie schon 2002 Dagmar Schmidt, SPD. Die Chancen der Expertin für Entwicklungspolitik und Tourismus stehen aber eher schlecht, zumal Merz bereits 2002 den Wahlkreis mit über 16 Prozentpunkten Vorsprung gewinnen konnte.

149 Siegen-Wittgenstein

2002: Willi Brase (SPD) 44.3 %, Paul Breuer (CDU) 43.0 %
2005: Willi Brase (SPD), Ulrich Künkler (CDU)

Willi Brase, SPD, konnte diesen Wahlkreis 2002 knapp gewinnen. Der Bildungs- und Forschungsexperte gewann damals gegen den langjährigen CDU-Abgeordneten Paul Breuer. Dieser wurde zwischenzeitlich zum Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein gewählt. Nun tritt für die CDU Ulrich Künkler an. Ob der politische Referent der CDU Hessen und Mitglied des Kreistages Siegen-Wittgenstein einen ähnliche Erststimmenerfolg erzielen wird, wie sein populärer Vorgänger Breuer, bleibt abzuwarten.

150 Olpe-Märkischer Kreis I

2002: Hartmut Schauerte (CDU) 48.2 %, Dieter Dzewas (SPD) 39.9 %
2005: Hartmut Schauerte (CDU), Uwe Beul (SPD)

Hartmut Schauerte, CDU, setzte sich 2002 klar durch. Der mittelstandspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion wird dieses Mal von Uwe Beul herausgefordert. Die Chancen des SPD-Newcomers und Gesundheits- und Sozialexperten sind allerdings aufgrund des Vorsprunges von Schauerte vor drei Jahren als nicht sonderlich hoch einzuschätzen.

151 Märkischer Kreis II

2002: Dagmar Freitag (SPD) 49.6 %, Johannes-Joachim Knaup (CDU) 38.6 %
2005: Dagmar Freitag (SPD), Thomas Michael Gemke (CDU)

SPD-Mandatsinhaberin Dagmar Freitag, Sportpolitikerin und Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV), versucht ihr 2002 mit 11 Prozentpunkten Vorsprung errungenes Direktmandat zu verteidigen. Ihr Gegenkandidat ist diesmal Thomas Michael Gemke, CDU. Der Kommunalpolitiker ist darüber hinaus in den Bereichen Finanzen und Verkehr engagiert. 2002 gewann Freitag den Wahlkreis mit einem im Vergleich zu ihrem CDU-Kontrahenten um einiges höheren Vorsprung an Erststimmen gegenüber dem Zweitstimmenergebnis ihrer Partei.

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