Kandidaten in den Wahlkreisen
19 Hamburg-Mitte 2002: Johannes Kahrs (SPD) 54.1 %, Antje Blumenthal (CDU) 26.5 %, Krista Sager (GRÜNE/GAL) 11.4 % 2005: Johannes Kahrs (SPD), Antje Blumenthal (CDU), Krista Sager (GRÜNE/GAL) Johannes Kahrs ist als Sprecher des Seeheimer Kreises in der SPD profiliert, Frau Blumenthal sitzt bereits im Bundestag. Kahrs profitierte 2002 zwar vom Stimmen-Splitting der GRÜNEN-Wähler, doch sein Wahlkreis ist mit fast 30 Prozentpunkten Vorsprung ohnehin einer der sichersten der SPD bundesweit. Strukturell ist der Bezirk Mitte eine SPD-Hochburg, dazu kommen noch Teile aus den Bezirken Nord und Wandsbek, in denen sie ebenfalls relativ gut dasteht. 20 Hamburg-Altona 2002: Olaf Scholz (SPD) 49.4 %, Marcus Weinberg (CDU) 31.8 %, Christa Goetsch (GRÜNE/GAL) 11.0 % 2005: Olaf Scholz (SPD), Marcus Weinberg (CDU) Dies ist neben Nord einer der beiden Wahlkreise, die seit Menschengedenken in Hamburg einmal an die CDU gingen, nämlich 1987. Marcus Weinberg versucht es erneut gegen den ehemaligen SPD-Generalsekretär Olaf Scholz, der 2002 einen Erststimmenüberhang von 11.4 Punkten hatte und jetzt alles andere als sicher dasteht. Die GRÜNEN hatten bei den Zweitstimmen hier mit 20.2 Prozent ihr bundesweit viertbestes Resultat. Der Wahlkreis ist mit dem Bezirk Altona identisch, in dem rot-grüne Hochburgen wie Altona und Ottensen neben sehr teuren Quartieren wie Blankenese existieren. Auf bezirkspolitischer Ebene regiert seit 2004 Schwarz-Grün. 21 Hamburg-Eimsbüttel 2002: Angelika Mertens (SPD) 51.3 %, Barbara Ahrons (CDU) 30.0 %, Wilfried Maier (GRÜNE/GAL) 11.1 % 2005: Niels Annen (SPD), Wolfgang Beuß (CDU), Till Steffen (GRÜNE/GAL) Annen ist wie Bundeskanzler Schröder ehemaliger Juso-Vorsitzender, Beuß ist aus der Landespolitik bekannt. Annen drückt wie Scholz in Altona der hohe Überhang der Erststimmen von GRÜNEN-Wählern, der sich so nicht wiederholen dürfte. Die Eimsbütteler GRÜNEN kamen 2002 bei den Zweitstimmen mit 20.1 Prozent bundesweit auf Platz fünf. Neuling Till Steffen hat ernsthaft angekündigt, das Direktmandat holen zu wollen. Eimsbüttel ist ein Querschnittsbezirk mit dem Uni-Viertel und urbanen Wohnlagen, die in der Vergangenheit stark zu Rot-Grün tendierten, aber auch aufgelockerten Randstadtteilen, in denen die CDU viele neue Freunde gefunden hat. 22 Hamburg-Nord 2002: Anke Hartnagel (SPD) 48.4 %, Dirk Fischer (CDU) 36.0 %, Kordula Leites (GRÜNE/GAL) 8.9 % 2005: Christian Carstensen (SPD), Dirk Fischer (CDU), Anja Hajduk (GRÜNE/GAL) Carstensen ist ein Neuling, der sich überraschend die Kandidatur sichern konnte. CDU-Landeschef Fischer ist dagegen der Veteran, der 1987 erstmals nach 30 Jahren einen Wahlkreis für die CDU in der Hansestadt holen und noch zwei Mal halten konnte. Die GRÜNEN waren mit 17.6 Prozent Zweitstimmen bei der letzten Wahl stark, Krista Sager erschreckte hier 1994 die Konkurrenz mit 18.6 Prozent Erststimmen. Der Wahlkreis ist nicht mit dem Bezirk Nord identisch, es fehlen einige SPD-Hochburgen. Dafür sind CDU-Hochburgen im Alstertal und den Walddörfern mit von der Partie. 23 Hamburg-Wandsbek 2002: Ortwin Runde (SPD) 53.0 %, Jürgen Klimke (CDU) 34.5 %, Anja Hajduk (GRÜNE/GAL) 5.5 % 2005: Ortwin Runde (SPD), Jürgen Klimke (CDU) Der ehemalige Erste Bürgermeister Runde setzte hier 2002 seine politische Karriere auf Bundesebene fort, auch Klimke sitzt schon im Bundestag. Die GRÜNEN haben ihr zweitschwächstes Hamburger Ergebnis. Trotzdem hatte Runde fast zehn Prozentpunkte Erststimmen-Überhang. Der Wahlkreis umfasst nur Teile des Bezirks Wandsbek. Einige Hochburgen fehlen, die den Bezirk inwzischen zur sicheren CDU-Bank gemacht haben. 24 Hamburg-Bergedorf-Harburg 2002: Hans-Ulrich Klose (SPD) 53.0 %, Volker Rühe (CDU) 36.0 %, Jens Kerstan (GRÜNE/GAL) 5.0 % 2005: Hans-Ulrich Klose (SPD), Ralf-Dieter Fischer (CDU) Klose ist ebenfalls einmal Erster Bürgermeister gewesen, inzwischen profilierter SPD-Bundespolitiker. Sein Kontrahent Rühe tritt nicht mehr an, dafür der Harburger CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer. Bergedorf-Harburg fasst seit 2002 zwei Wahlkreise zusammen, in denen lange Zeit mit Helmut Schmidt und Herbert Wehner zwei bedeutende Persönlichkeiten der SPD die Direktmandate holten. Harburg war der einzige Wahlkreis in Hamburg, der seit 1949 ununterbrochen von der SPD gehalten wurde. Demographisch besteht der Wahlkreis aus sehr un-urbanen, aber auch nicht unbedingt gutsituierten Wohngebieten am Rande, entsprechend wenig haben die GRÜNEN zu melden. Bergedorf war lange Zeit SPD-Hochburg, nunmehr ist auf Bezirksebene die CDU tonangebend. In Harburg sieht die Entwicklung ähnlich aus, wenn auch nicht so ausgeprägt. |
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