Kandidaten in den Wahlkreisen
12 Wismar-Nordwestmecklenburg-Parchim 2002: Iris Hoffmann (SPD) 47.4 %, Hans-Otto Schmiedeberg (CDU) 30.2 %, Heinrich Fink (PDS) 14.8 % 2005: Iris Hoffmann (SPD), Thomas Lenz (CDU), Martina Bunge (Die Linke.PDS) Die SPD hat hier im Westen Mecklenburgs ihre größten Hochburgen, siehe die letzten Landratswahlen und die OB-Wahl in Wismar. Auch 1994 hätte Frau Hoffmann hier knapp eine Chance gehabt. Die PDS ist hier chancenlos, auch wenn ihre Direktkandidatin 2005, Ex-Landessozialministerin Martina Bunge, eine anderere ist als der wegen einer möglichen Stasi-Vergangenheit vorbelastete Ex-Präsident der Humboldt-Universität Berlin, Heinrich Fink. 13 Schwerin-Ludwigslust 2002: Hans-Joachim Hacker (SPD) 49.3 %, Winfried Babinsky (CDU) 25.0 %, Dietmar Bartsch (PDS) 15.6 % 2005: Hans-Joachim Hacker (SPD), Andreas Petters (CDU), Dietmar Bartsch (Die Linke.PDS) SPD-Kandidat Hacker hat den Wahlkreis bereits 1994 geholt und seitdem verteidigt. Für die SPD spricht das hervorragende Ergebnis der SPD bei der Landtagswahl 2005 in Ludwigslust, wo SPD-Landeschef Backhaus mehr als 50 Prozent der Stimmen holte. Zu beachten ist aber auch das katastrophal schlechte Ergebnis der PDS 2002, als Direktkandidat Bartsch 10 Prozentpunkte gegenüber 1998 verloren hatte. Dies wird sich auch durch seine Spitzenkandidatur auf der Landesliste vermutlich kaum ändern. Hier hat die SPD eine für den Osten relativ stabile Basis. 14 Rostock 2002: Christine Lucyga (SPD) 45.2 %, Karina Jens (CDU) 21.2 %, Rosina Neumann (PDS) 18.5 %, Harald Terpe (GRÜNE) 9.2 % 2005: Christian Kleiminger (SPD), Eckhardt Rehberg (CDU), Steffen Bockhahn (Die Linke.PDS), Harald Terpe (GRÜNE) Der Wahlkreis ist bei der Neuzuschneidung gegenüber 2002 vergrößert worden. Es sind insbesondere Gemeinden an der Ostsee wie Graal-Müritz hinzugekommen. Der Einfluss auf das Ergebnis ist jedoch gering, etwa ein Prozentpunkt zulasten der SPD und zugunsten der CDU. SPD-Amtsinhaberin Christina Lucyga, die den Wahlkreis seit 1990 jedes Mal gewonnen hat, tritt nicht mehr an. Der Tiefschlag für die SPD bei der Oberbürgermeister-Wahl im Februar 2005 scheint wenig relevant zu sein, da bei dieser auch die Kandidaten von CDU und PDS nicht besser abgeschnitten haben. Hinzu kommt bei einer genauen Betrachtung des Wahlergebnisses 2002, dass die SPD bei den Erststimmen 3.3 Punkte unter ihrem Zweitstimmenergebnis lag, der GRÜNEN-Kandidat Terpe, der in diesem Jahr auch die Landesliste anführt, jedoch 4.2 Prozentpunkte darüber. Dies ist im Vergleich zu anderen Wahlkreisen sehr ungewöhnlich da meist die GRÜNEN-Wähler zugunsten der SPD-Direktkandidaten gesplittet haben. 15 Stralsund-Nordvorpommern-Rügen 2002: Angela Merkel (CDU) 41.6 %, Rüdiger Lösekrug (SPD) 34.8 %, Angelika Bückner (PDS) 16.0 % 2005: Angela Merkel (CDU), Peter van Slooten (SPD), Marianne Linke (Die Linke.PDS) Nordvorpommern und Stralsund sind eindeutige CDU-Hochburgen, dies zeigt sich auch bei jeder Landtags- oder Kommunalwahl. Zwar amtiert in Rügen eine PDS-Landrätin. Für die Bundestagswahl ist dies jedoch nicht relevant. Angela Merkel hat den Wahlkreis seit 1990 bei jeder Wahl gewonnen und hat 2005 zusätzlich den Bonus als Unions-Kanzlerkandidatin. Die SPD hat im Teilbereich Vorpommern des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern bis jetzt noch bei jeder Wahl sehr schlecht ausgesehen. Landessozialministerin Linke hat hier für die Linke.PDS kaum eine Chance, überdies ist sie auch auf der Liste nicht abgesichert 16 Greifswald-Demmin-Ostvorpommern 2002: Ulrich Adam (CDU) 38.1 %, Tilo Braune (SPD) 37.2 %, Angela Marquardt (PDS) 15.6 % 2005: Ulrich Adam (CDU), Ute Boback-Askri (SPD), Peter Ritter (Die Linke.PDS) Die hohe Arbeitslosigkeit und die Empörung im Osten über die Hartz IV-Gesetze werden voraussichtlich nicht der CDU schaden, die sich im Wahlkreis schon 2002 durchsetzen konnte. PDS-Landeschef Ritter, der anstelle der als „PDS-Punkerin“ bekannten, aber inzwischen aus der Partei ausgetretenen Angela Marquardt kandidiert, ist hier chancenlos. Interessant ist hier vor allem, inwiefern die NPD punkten kann, die diesen Wahlkreis zu einer Hochburg erklärt hat. 17 Bad Doberan-Güstrow-Müritz 2002: Dirk Manzewski (SPD) 44.5 %, Werner Kuhn (CDU) 30.7 %, Jobst Brach (PDS) 15.2 % 2005: Dirk Manzewski (SPD), Werner Kuhn (CDU), Helmut Holter (Die Linke.PDS) Zwar amtiert in zwei der drei Landkreise, die den Wahlkreis bilden, ein SPD-Landrat. Dies wird ihrem Kandidaten aber nicht unbedingt helfen. Das Umland der Stadt Rostock tendiert aufgrund soziodemographischer Entwicklungen eher von der PDS weg und hin zur CDU, ist aber inzwischen teilweise dem Wahlkreis 14 zugeschlagen worden. Die Kandidatur von Arbeits- und Bauminister Holter wird der PDS hier kaum helfen, den Wahlkreis zu gewinnen, zumal seine Zukunft allgemein eher auf Landesebene gesehen wird. Auch er kandidiert nicht auf der Liste. 18 Neubrandenburg-Mecklenburg-Strelitz-Uecker-Randow 2002: Götz-Peter Lohmann (SPD) 37.8 %, Susanne Jaffke (CDU) 32.2 %, Andreas Schmidt (PDS) 19.9 % 2005: Götz-Peter Lohmann (SPD), Susanne Jaffke (CDU), Torsten Koplin (Die Linke.PDS) Die hohe Arbeitslosigkeit könnte zu Lasten der SPD gehen. Auch die Ergebnisse der letzten Landtags- und Bundestagswahlen sprechen dafür. Die PDS hat trotz relativ hohem Stimmensockel geringe Chancen. |
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