Spitzenkandidaten auf den Landeslisten

Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Hamburg Niedersachsen
Bremen Brandenburg Sachsen-Anhalt Berlin
Nordrhein-Westfalen Sachsen Hessen Thüringen
Rheinland-Pfalz Bayern Baden-Württemberg Saarland


SPD

Franz Müntefering
Angelica Schwall-Düren
Eike Hovermann
Ulla Schmidt
Barbara Hendricks
CDU

Norbert Lammert
Wolfgang Bosbach
Ilse Falk
Ronald Pofalla
Norbert Röttgen
GRÜNE

Bärbel Höhn
Reinhard Loske
Britta Haßelmann
Volker Beck
Kerstin Müller
FDP

Guido Westerwelle
Gisela Piltz
Jörg van Essen
Werner Hoyer
Gudrun Kopp
Die Linke.PDS

Oskar Lafontaine (WASG)
Ulla Lötzer
Inge Höger-Neuling
Paul Schäfer
Ulla Jelpke


Sitzverteilung bisher
 
 GesamtCDUSPDFDPGRÜNEPDSZENTRUMKPDGB/BHEDP
1949109433710--109--
1953138724712--3-31
1957154875411-----2
1961155766019------
1965153746613------
196915169739------
1972148617512------
1976148667012------
1980147607017------
19831466563108-----
198714358621011-----
1990146636517-1----
1994148586612111----
1998148527211112----
200213449601312-----


Das Bundesland

Die Niederlage der SPD bei der Landtagswahl im größten Bundesland im Frühsommer 2005 war der Anlass für Bundeskanzler Gerhard Schröder, die vorgezogene Neuwahl des Bundestages im September herbeizuführen. Nach 39 Jahren Regierungsverantwortung, in Koalitionen mit der FDP, zuletzt mit den Grünen, aber auch unter dem populären Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten Johannes Rau mit absoluter Mehrheit, musste die SPD im Mai 2005 die schmerzlichste Landtagswahl-Niederlage seit ihrer Regierungsübernahme im Bund 1998 hinnehmen.

Zwar wird NRW oft als „Stammland“ der SPD bezeichnet, das ist jedoch eigentlich nicht zutreffend. Bis 1966 wurde das Bundesland mit kurzer Unterbrechung von der CDU dominiert. Im Rheinland nahm der rasante Aufstieg der Partei unter dem späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer noch vor Gründung der Bundesrepublik seinen Anfang. Die Krönung waren 54.4 Prozent der Zweitstimmen bei der "Keine Experimente"-Wahl 1957. Bis einschließlich 1961 verzeichnete die NRW-CDU bei jeder Bundestagswahl überdurchschnittliche Ergebnisse im Vegleich der Bundesländer. Dann konnte die SPD in den 1960er Jahren mit dem Gewinn neuer Wähler aus der Mittelschicht und der katholischen Arbeitnehmerschaft ihre späteren Erfolge auf Bundesebene vorwegnehmen.

Bis Anfang der 1980er Jahre galt die Aussage „Bund und Land – Hand in Hand“, also die Annahme, dass die im Land dominerende Partei auch im Bund regiert. Erst mit dem Beginn der Kanzlerschaft von Helmut Kohl wurde NRW für die SPD so etwas wie ein Bollwerk gegen die christdemokratische Übermacht.

Während die SPD in Nordrhein-Westfalen im Ruhrgebiet ausgesprochene Hochburgen besitzt, kann die CDU diese in den ländlichen Gebieten vorweisen. So wird Dortmund oft als „Herzkammer der SPD“ bezeichnet, dafür kann die CDU auf geradezu uneinnehmbare Hochburgen wie Paderborn verweisen. GRÜNE und FDP sind stark in den großen Städten, jedoch nicht im Ruhrgebiet, dafür eher in den Universitätsstädten.

Die Entwicklung in den letzten Jahren verlief unterschiedlich. Bei der Bundestagswahl 2002 war die SPD trotz Verlusten noch klar vorne. Aber die CDU konnte bei der Landtagswahl 2005 einen klaren Sieg erringen. Trotz punktueller Erfolge der CDU konnte sich die SPD auf kommunaler Ebene zuletzt wieder etwas verbessern.

Bundesprominenz kandidiert in NRW bei allen Parteien. So sind es bei SPD und FDP die Parteichefs Franz Müntefering und Guido Westerwelle. Für die GRÜNEN kandidiert die profilierte und langjährige Ministerin Bärbel Höhn. Bei der CDU gehen Friedrich Merz, Wolfgang Bosbach und Ronald Pofalla an den Start. Und nicht zu vergessen: Oskar Lafontaine, Ex-SPD-Parteichef und nun Spitzenkandidat der Linkspartei.