Spitzenkandidaten auf den Landeslisten
Das Bundesland Hamburg ist eines von fünf Bundesländern, in denen bei jeder Bundestagswahl dieselbe Partei vorne lag. Die SPD dominiert in der historischen Rückschau eindeutig, sie verzeichnete im Bundesvergleich stets überdurchschnittliche Ergebnisse. Allerdings ist der Vorsprung seit dem Auftreten der GRÜNEN doch deutlich geringer geworden. Ein klassischer Oppositionseffekt zeigt sich im Vergleich mit den Bürgerschaftswahlen: Wenn die SPD bundesweit in der Opposition war, erzielte sie in der Regel deutlich bessere Ergebnisse als zu ihrer Regierungszeit. Mehr als einmal bekamen SPD-Wahlkämpfer bei Bürgerschaftswahlen den harten Gegenwind aus Bonn und später Berlin zu spüren. Erstmals 1974 mit dem Absturz um mehr als zehn Prozentpunkte und zuletzt 2004, als es gerade noch für 30.5 Prozent reichte. Die CDU, die jahrelang nur die zweite Geige spielte, ist inzwischen so etwas wie die "Hamburg-Partei" geworden. Zumindest auf der Ebene der Landespolitik mit ihrem populären Bürgermeister Ole von Beust. Umfragen sagen ihr konstant eine absolute Mehrheit bei der nächsten Bürgerschaftswahl voraus, deutlich schlechter dürfte es für sie bei der Bundestagswahl laufen. Mit der liberalen Kaufmannstradition ist Hamburg eigentlich wie geschaffen für die FDP. Tatsächlich konnte sie viele überragende Ergebnisse erzielen, so lag sie bei den Bundestagswahlen von 1972 bis 1980 immer über zehn Prozent. Nach dem Schwenk auf Bundesebene zur CDU/CSU sind die Wahlergebnisse der Elbliberalen allerdings im bundesweiten Vergleich nur mehr Durchschnitt. Auch auf Landesebene brachte die Dreier-Koalition mit CDU und Schill-Partei bis 2004 der FDP kein Glück: Mit 2.8 Prozent spielt die Partei, die 1946 bei 18.2 Prozent gestartet war, nun keine Rolle mehr in der Hamburger Politik. Für die GRÜNEN, die hier eigentlich Grün-Alternative Liste (GAL) heißen, ist Hamburg eines ihrer Urpsrungsländer und bis heute eine Hochburg. Die 16.2 Prozent Zweitstimmen bei der Bundestagswahl 2002 sind das beste Landesergebnis, das sie je bei einer Bundestagswahl erzielten. Und ihr Ergebnis von 13.9 Prozent bei der Bürgerschaftswahl 1997 blieben bis heute als Allzeit-Rekord bei Landtagswahlen ungeschlagen. |
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