Spitzenkandidaten auf den Landeslisten
Das Bundesland In Bayern ist die CSU sowohl bei Landtags-, als auch bei Bundestags- und Europawahlen die beherrschende Kraft. Ministerpräsident Edmund Stoiber, der sich seit den Landtagswahlen 2003 auf eine in anderen Ländern unvorstellbare Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag stützt, kann sich auf eine lange Tradition von CSU-Landesherren berufen, die seit 1962 ohne Koalitionspartner in München regieren. Mit Wilhelm Hoegner stellte die SPD im größten Bundesland nach 1945 nur über vier Jahre den Ministerpräsidenten. Ein Abbild dieser Kräfteverhältnisse bieten die Bundestagswahlen, bei denen die Sozialdemokraten 2002 mit 26.1 Prozent der Zweitstimmen und lediglich einem gewonnenen Direktmandat ihr schlechtestes Ergebnis aller Länder hinnehmen mussten. Eine substantielle Verbesserung ist aber selbst auf dem niedrigen Niveau nicht zu erwarten. Vielmehr kann CSU-Chef Stoiber, der die Partei als „erfolgreichste Europas“ bezeichnet, auf eine nochmalige Steigerung des Ergebnisses von 58.6 Prozent der Zweitstimmen aus dem Jahr 2002 hoffen. Auf kommunaler Ebene bietet sich in den größeren Städten oft ein umgekehrtes Bild: In München etwa stellte die SPD seit 1945 bis auf neun Jahre immer den Oberbürgermeister, der 2002 mit 64.5 Prozent der Wählerstimmen im Amt bestätigt wurde. Damit wird Christian Ude nur von Hans-Jochen Vogel übertroffen, der 1966 78.0 Prozent erhalten hatte. SPD-Oberbürgermeister regieren ebenfalls in Nürnberg und Augsburg. Die GRÜNEN erreichen in den Städten ebenfalls beachtliche Ergebnisse. In den ländlicheren Regionen sitzt allerdings die CSU auch auf kommunaler Ebene fest im Sattel. Weitere konservative Parteien spielen in Bayern keine Rolle, die FDP ist seit 1994 nicht mehr im Landtag vertreten. Mit gerade einmal 4.5 Prozent der Zweitstimmen bei der Bundestagswahl 2002 erreichten die Liberalen hier ihr schlechtestes Ergebnis aller Länder. |
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