Spitzenkandidaten auf den Landeslisten
Das Bundesland In der Bundeshauptstadt konnte die SPD seit 1994 immer als Sieger aus der Bundestagswahl hervorgehen. Diesmal könnte es allerdings wieder so aussehen, als ob ein Trend der Vergangenheit sich durchsetzt: Im ehemaligen Westteil der Stadt wird die CDU stärkste Partei, im Osten die Linkspartei/PDS – und in Gesamt-Berlin die SPD. Dagegen spricht allerdings die Rolle der SPD, die inzwischen auch auf Landesebene seit 2001 stärkste Partei ist und den trotz aller Kritik beliebtesten Politiker der Hauptstadt stellt, Bürgermeister Klaus Wowereit. Zudem ist die Berliner CDU von Krisen und Skandalen in Mitleidenschaft gezogen. Auch die PDS hat in der Hauptstadt mit der Zusammenarbeit mit der WASG, die hier zu zwei Dritteln aus ehemaligen PDS-Mitgliedern besteht, ihre Probleme. Stark sind die GRÜNEN, die FDP hingegen schwächelt momentan etwas, auch wenn ihr Fraktionsvorsitzender Martin Lindner auf Landesebene sich als eigentlicher Oppositionsführer gegen die SPD/PDS-Koaltion profiliert hat. Betrachtet man die letzte Bundestagswahl, so konnte sich die SPD vor allem im ehemaligen Westteil durchsetzen, trotz zum Teil hoher Verluste in ihren alten Hochburgen, den ehemaligen Arbeitervierteln in Neukölln, Wedding und Spandau. Die SPD konnte 2002 neun Direktmandate gewinnen, die PDS zwei, was ihr aber nicht reichte, um in den Bundestag einzuziehen, es wären drei erforderlich gewesen. Während die Linkspartei in ihren Hochburgen Marzahn-Hellersdorf und Lichtenburg quasi unschlagbar scheint, so könnte aufgrund der Kandidatur von Gregor Gysi in Treptow-Köpenick ein weiteres Mandat hinzukommen. Somit wäre die Linkspartei auf alle Fälle im nächsten Bundestag vertreten. Bundespolitisches Aufsehen erregte der Wahlsieg von Hans-Christian Ströbele, der 2002 zum ersten Mal ein Direktmandat für die GRÜNEN im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg erringen konnte. Insgesamt tritt mit Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, SPD, Linkspartei-Spitzenkandidat Gregor Gysi, dem ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, CDU und Hans-Christian Ströbele, Grüne, durchaus politische Prominenz in Berlin an. |
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